Lanzarote

Von Isla Graciosa kommend machen wir nach einem angenehmen Segeltag mittags in Arrecife fest, in der noch jungen Marina Lanzarote.

Wandbild in der Nähe der Marina Lanzarote

Im Vorfeld der Atlantic Rallye for Cruisers (ARC) haben wir uns auf Lanzarote zwei Marina-Liegeplätze für je 4 Tage reservieren lassen und werden nach vier Tagen in Arrecife in die Marina Rubicon ganz im Süden der Insel bei Playa Blanca umziehen.

Die luxuriöse Marina Rubicon, ganz im Süden Lanzarotes

Wir sind ohne Reiseführer unterwegs und haben noch keinen festen Erkundungsplan. Daher lassen wir uns erst mal in der Touri-Information beraten. Es scheint sehr viel zu sehen zu geben und die Eintrittspreise für die „Attraktionen“ liegen zwischen vergleichsweise günstigen 4 und 10 Euro. Wir sind jedenfalls froh, dass wir für eine ganze Woche ein Auto gemietet haben, ein echtes Schnäppchen für 77 Euro. Wir übernehmen den kleinen C1 am Flughafen und werden ihn am Ende in Playa Blanca wieder abgeben.

Nicht UNSER Auto! Aber der wäre uns lieber gewesen, gestaltet von Caesar Manrique …

Am zweiten Tag sind wir mit einer „alten“ Kollegin in Caletta de Famara verabredet, wo sie ein interessantes Ferienhaus oberhalb des Surfer-Strandes bewohnt.

In Caletta de Famara ist die Zeit stehen geblieben …

Bei einer Wanderung entlang der wilden Küste erläutert uns Susanne ihre Insel-Highlights. Mit ihren Empfehlungen und denen der Touri-Information sind wir gut gerüstet, zumal die Insel überschaubar ist und die Attraktionen über die ganze Insel gleichmäßig verteilt sind.

Eingang zu den Cuevas de los Verdes im Norden Lanzarotes

Zu Anfang ist der extrem trockene, afrikanische Charakter der Insel sehr dominant und nicht sehr einnehmend. Während ich viel für Wüstenlandschaften übrig habe, fehlen Anett die Bäume und das Grün.

Kreisverkehr in der Wüste

Die Insel ist wirklich extrem: dunkle Lavalandschaften und unzählige Vulkankegel kontrastieren mit schneeweißen Häusern und Ortschaften, in denen der berühmte Inselarchitekt Caesar Manrique an vielen Stellen seine Spuren hinterlassen hat. Seine Gestaltung der Höhlen von Jameo del Agua und der Cuevas de los Verdes sind einzigartig und beinahe alleine schon einen Besuch der Insel wert.

Jamoe del Agua

Manriques Mirador del Rio ist ein voll in die Steilküste integrierter Aussichtspunkt hoch über der unbesiedelten Nordküste und bietet einen großartigen Ausblick rüber zur nahen Nachbarinsel Graciosa, wo wir noch ein paar Tage zuvor waren. 

Am Mirador del Rio in 450 Metern Höhe, mit Ausblick auf die Insel Graciosa

Das Bauerndenkmal, Monumento del Campesino steht dem kaum nach und ist in Konzept und Ästhetik ungemein gelungen. Während die „normalen“ Gebäude auf Lanzarote fast alle kubisch sind, verwendet Manrique Geraden und rechte Winkel nur sehr sparsam, quasi als Kontrast zu seinen organischen Formen.

Das „Bauerndenkmal“ Monumento del Campesino

Das trifft natürlich auch besonders auf sein eigenes Haus zu, heute die „Fundation Caesar Manrique“, das mitten in einem „jungen“ Lavafeld  und zum großen Teil unter der Erdoberfläche angelegt ist. 

aesar Manriques Haus, die heutige Fundation Caesar Manrique

Arrecife ist dagegen eher ein hässlicher Stadtmoloch ist – mit einigen charmanten Ecken um die „Waterfront“ und den Charco de San Guines. Aber die Ortschaften Haria, Teguise und Yaiza noch gewachsene Strukturen mit Zentren um alte Plätze herum. Sie wirken mit ihren weißen Gebäuden in der lavadunklen Umgebung wie Oasen, umgeben von unzähligen Dattelpalmen. 

Haria gilt auch als Ort der 1000 Dattelpamen
„Lagomar“, die ehemalige Villa von Omar Sharif in Nazareth

Das Weinanbaugebiet um La Geria und die „Feuerberge“ um den Nationalpark Timanfaya sind die landschaftlichen Highlight der Insel, wo zwischen 1730 und 1736 Dutzende Vulkane ausgebrochen sind, die das Landschaftsbild der Insel nachhaltig geprägt haben.

Das Weinanbaugebiet von La Geria

Auch im Nationalpark hat Manrique einen Aussichtspunkt mit Restaurant geschaffen. Dort erhalten wir eindrucksvolle Demonstrationen der bestehenden vulkanischen Aktivitäten und eine ausgiebige Bus-Rundfahrt durch die unberührte Vulkanlandschaft….

Vulkane im Timanfaya-Nationalpark

Lazarote verlassen wir nur sehr ungerne und wären auch gerne noch länger geblieben. Aber wir sind froh, für Las Palmas auf Gran Canaria ebenfalls eine Liegeplatz-Reservierung ergattert zu haben und müssen diesen Termin nun einhalten.  

Doch bevor wir uns auf den Weg dorthin machen, wollen wir uns noch die Papagayo-Strände im äußersten Südosten von Lanzarote anschauen. Wir ankern auf türkisfarbenem Wasser und paddeln mit unserem altersschwachen Dinghi rüber zum Strand.

Drei ganz unterschiedliche Buchten stehen zur Verfügung, eine schöner wie die andere. Das Gebiet ist zwar mit dem Auto zugänglich, ist aber bis auf zwei kleine Bars oberhalb der Strände unbesiedelt und das wird hoffentlich auch so bleiben. Der Anblick von den Klippen über die Strände bis zu den Vulkanen ist atemberaubend und wird unvergessen bleiben.

Papagayo-Strände

Nach einem erfrischenden Bad liften wir den Anker und machen uns auf zum 100-Meilen-Törn nach Las Palmas. Während wir mit angenehmem Rückenwind gut voran kommen und wohl die letzte Nachfahrt in diesem Jahr erleben, werden wir von fast halbstündig eintreffenden Funkmeldungen auf Trab gehalten.

Start zum 100-Meilen-Törn, dicht an Fuerteventura vorbei …

Diese werden von einem Ohren betäubenden Alarmton eingeleitet und dann auf spanisch und englisch verlesen. Es wird von mehreren Migranten-Booten berichtet und von einer Kollision mit vermissten Seeleuten. Alle Schiffe werden aufgefordert, scharf Ausschau zu halten…. Doch wir haben, außer mit diversen Fähren, keine Begegnungen und so ist auch unsere letzte Nachtfahrt in den Morgenstunden gut überstanden. Nachdem wir am Rezeptionssteg der Riesenmarina im Zentrum der Stadt festgemacht und eingecheckt haben, wird uns unser Liegeplatz zugewiesen, vom dem aus wir uns auf die Erkundung Gran Canarias machen.

Am Rezeptionssteg der Marina Las Palmas