Mit einem Katamaran auf Überführungstörn

Auf einem Katamaran, einer Lagoon 42, haben wir eine seltene Gelegenheit zur Langfahrt der besonderen Art. Zusammen mit dem befreundeten Eignerpaar machen wir uns auf zum Überführungstörn von der Cote Azur nach Kroatien, einem „Unternehmen“ von mindestens 1200 Seemeilen und begrenztem Zeitrahmen.

Vier Wochen Zeit für den italienischen Stiefel ….

Die als Überführungstörn geplante Reise mutiert unfreiwillig zur Kreuzfahrt – mit umgekehrten Vorzeichen! Während die Kreuzfahrtschiffe nachts fahren, sind wir tags unterwegs und kommen spätnachmittags im Zielhafen an, wenn die großen Brüder den Hafen verlassen. Aber die Ziele sind in etwa die gleichen und lesen sich wie ein „Best Of-Katalog“…: Bastia, Portoferraio, Giglio, Ostia (die Roma), Ischia, Capri, Stromboli, Lipari, Taormina, Brindisi, Monopoli, Vieste, Tremiti und Vis, um nur die wichtigsten zu nennen.

Am italienischen Stiefel entlang nach Süden, dann zweimal scharf links…

Beim Aufbruch in Hyeres liegen mindestens 1200 Seemeilen vor uns, die wir in vier Wochen „bewältigen“ wollen und zwar durch drei Seegebiete: das Tyrrhenische und Ionische Meer sowie die Adria. Bis auf die erste Strecke nach Korsika wollen wir alle Etappen bei Tageslicht zurücklegen. Dafür müssen wir morgens sehr früh starten, denn die meisten Abschnitte sind zwischen 60 und 75 Seemeilen lang!

Die Motoren müssen (leider) meistens mitlaufen!

Eigentlich ein schöner Plan, so weit, so gut, mit einem Segelauftakt vom Feinsten – auf der (einzigen) Nachtpassage von Hypes nach Bastia auf Korsika. Doch dann meint Neptun, es sei des Guten genug und legt in einem Wochen langen (!) Wind-Streik das gesamte zentrale Mittelmeer lahm! Da wir leider nur ein begrenztes Zeitfenster haben, können wir nicht auf bessere Zeiten warten und müssen die Motoren fast die ganze Zeit laufen lassen. Das ist schade und unnötig teuer!

Touristenmassen in Rom, wie hier am Trevi-Brummen

Auch das genau wie auf einer Kreuzfahrt..! Immerhin haben wir abends – ohne Kreuzfahrermassen – ein paar Stunden Zeit für unsere überwiegend spektakulären Etappenziele.

Da ist es in Ischia (Ponte) wesentlich beschaulicher – und schöner!
Unser Ankerplatz vor Capri
Die Piazetta von Capri
An den Faraglionis von Capri
Morgendlicher Aufbruch von Capri
Das besondere Schwimmerlebnis…
Abendstimmung vor Stromboli
Am Fersensporn sind es nur noch 60 Seemeilen bis Griechenland
Das Polizeipräsidium in Brindisi
In der Adria: das spektakuläre Vieste
Schönes Kroatien: hier unser Ankerplatz vor Komiza auf Vis

Am Ziel in Split liegt eine unvergessliche Seereise von 1250 Seemeilen hinter uns. Wir sind um viele spannende Erfahrungen reicher und können uns immerhin dankbar schätzen, dass Wind und Seegang nicht gegen uns waren.